Freitag, 26. Juli 2019

QualiFiction – Das Buch in Zahlen


Über einen Artikel in der Welt wurde ich heute auf den Service Qualifiction aufmerksam (https://www.qualifiction.info), einen Dienst der sich mit „Software zur Analyse von Texten & Bewertung von Bucherfolgen“ beschäftigt. Als Wissenschaftler und Zahlenjunkie konnte ich da nicht widerstehen!
Im Folgendem werde ich euch daher die Ergebnisse zu zwei meiner Bücher präsentieren und kommentieren. Als Beispiele habe ich folgende meiner Werke ausgewählt:

Von diesem Buch wurden ca. 12.000 Exemplare verkauft. Definitiv kein Bestseller aber im Bereich Selfpublishing durchaus ein kleiner Erfolg.

Mit 100 bis 150 verkauften Exemplare ein wunderbar erfolgloses Buch (ich mag es trotzdem).

Meine Erwartungen 

Ich möchte wissen, was in meinen Texten drinsteckt, wo ich stilistische Schwächen oder vielleicht auch Stärken habe und was dabei eigentlich alles bewertet wird und als gut gilt. Wobei für letzteres auch ein kostenfreier Demo-Account ausreicht.
Vor allem erwarte ich aber eine Antwort darauf, warum ein Buch ganz gut läuft, während das nächste total floppt.

 

Die Versprechungen 

Die KI-Software LiSA analysiert deine Texte. Das Wissen aus der Verlagsbranche auch für Autoren.
Bezüglich der Ergebnisse verstrickt QualiFiction in einen Widerspruch. Zum einem wird die „Bewertung von Bucherfolgen“ auf der Website offensiv angepriesen, zum anderen steht in den FAQs die Analyseergebnisse sind wertfrei und helfen dabei persönliche Ziele zu erreichen. Ja, die Kollegen vom Marketing haben sich da mal wieder was ausgedacht!

 

Nutzerfreundlichkeit 

Der Dienst ist sehr einfach zu nutzen. Es reicht die Erstellung eines Accounts und dessen Freischaltung. Eine Buchanalyse kostet fix 49€ und kann nach dem Kauf über die Website ohne relevante Wartezeiten starten.
Das Preismodel ist sehr einfach gehalten, der Umfang des Buches spielt keine Rolle. Über die Höhe des Preises lässt sich wie immer streiten. Da die Leistung schon sehr speziell ist, halte ich die Kosten für akzeptabel.
Für die Analyse des Buches muss es in elektronischer Form vorliegen, dabei werden die übliche Standardformate unterstützt. Ein Autor sollte hier keinerlei Probleme haben. Upload und Analyse dauern zusammen ca. 10 bis 20 Sekunden. Alle Ergebnisse sind sofort verfügbar und sind jeweils mit Erläuterungen versehen.

Insgesamt gut gemacht!

Ergebnisse


Die Resultate der Analysen bestehen jeweils aus einer Gegenüberstellung der beiden Bücher „Am Ende der Zeiten“ und „1337“, sowie einem mehr oder weniger qualifizierten Kommentar meinerseits.

Themenanalyse


Genre-Empfehlung


Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern


1337 - Game Over


Keine Überraschung, bei beiden Büchern handelt es sich um Science-Fiction. Bei „1337“ wird korrekt der leichte Anteil aus dem Fantasy-Genre erkannt.

Top-50 Wörter


Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern

1337 - Game Over



Die Hauptpersonen stehen klar im Mittelpunkt. Es gibt einige Wörter die mich zum Grübeln bringen: Mann, Finger, weit, letzt, tief. Die sollen tatsächlich zu meinen Top 50 gehören? Bei der Auswahl wurden laut Beschreibung bereits einfache Verben und anderes herausgefiltert, und trotzdem stehen dort sowas dort mit drin. Eventuell ein Punkt den es zu überdenken gilt.

Top 10 Themen

Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern


1337 - Game Over

Es ist schon überraschend worüber ich da eigentlich schreibe!
Der Bogen neben dem Balken beschreibt übrigens den Fokus. Ein ungefähr zur Hälfte gefüllter Bogen entspricht dem durchschnittlichen Fokus in dem Genre. Ich scheine überfokussiert zu sein.


Themen-Konzentration


Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern
1337 - Game Over


Beide Bücher weisen eine extrem hohe Themenkonzentration auf. Die Bücher haben einen starken Focus auf wenige Themen. Ist das gut oder schlecht? Schwierig zu bewerten!
SF-Bestseller weisen jedenfalls deutlich höhere Bandbreite an unterschiedlichen Themen auf.

Thematische Exklusivität

Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern
1337 - Game Over






Erneut zwei extrem hohe Werte. Laut Beschreibung wird hier der Themenmix bewertet. 0% bedeutet, dass die Verteilung der Themen dem Durchschnitt aller Genres entspricht (der Mainstream). Science Fiktion weicht davon grundsätzlich stark ab, und ich weiche davon nochmal eine ganze Ecke weiter ab. Ich schreibe also in einer eher untypischen Themenkonstellation.
SF-Bestseller sind interessanterweise wesentlich dichter am typischen Themenmix. Dies ist verständlich, im Mainstream liegt die Masse, dort liegt der Umsatz.

Zwischenfazit:

Eine durchaus interessante Analyse!
Beide meiner Bücher kennzeichnen sich durch ein untypisches und zudem schmales Spektrum an Themen. Vermutlich vernachlässige ich bestimmte Themen komplett. Welche das sind, sollte ich auf jeden Fall mal genauer untersuchen.

Sentimentanalyse

 

Sentiment Verlauf


Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern

1337 - Game Over

 
Aus dem Verläufen stechen einige Abschnitte hervor, die sich durchaus bestimmten Teilen des Buches zuordnen lassen.
Bei „Am Ende der Zeiten“ ist z.B. sehr gut die Stelle erkennbar, an der zu Beginn des Buches die Hauptperson stirbt. Das gibt einen kräftigen Zacken nach unten.
Der Sentimentverlauf bei „1337“ ist auch halbwegs nachvollziehbar. Es fängt düster an, wird dann etwas seichter, bevor die Story richtig losgeht.
Hier finde ich die Darstellung der Ergebnisse misslungen. Es wäre sinnvoll Kapitel automatisch zu erkennen, um dem Autor eine bessere Verbindung zum Text zu ermöglichen. Am liebsten würde ich auf einen Punkt der Grafik klicken können, um direkt den dazugehörigen Text zu sehen.

Mittleres Sentiment

Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern
1337 - Game Over
 

SF-Bücher scheinen generell nicht sehr optimistisch geschrieben zu sein. Meine noch weniger.

Sentimentänderungs-Geschwindigkeit

Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern
1337 - Game Over


Was habe ich denn bei „1337“ gemacht? Stimmungswechsel im Sekundentakt?
Hier lohnt es sich den Sentiment-Verlauf beider Werke nochmal in einer höheren Auflösung anzuschauen.

Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern


1337 - Game Over


Bei „1337“ zeigen sich extreme Stimmungswechsel in einer sehr hohen Frequenz. Ein Ergebnis, dass ich so nicht erwartet habe. Da hier allerdings die Verbindung zum Text nur schwer nachvollziehbar ist, fällt es mir schwer, die tatsächlichen Ursachen nachzuvollziehen.


Stil und Statistik


Dieser Abschnitt umfasst sehr viele Ergebnisse, ich beschränke mich daher auf einige ausgewählte Grafiken.

Anzahl der Wörter


Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern

1337 - Game Over


Die Anzahl der Wörter meiner Bücher ist mir natürlich bekannt und nichts Überraschendes. Interessant ist hier, dass Science-Fiction Bücher im Mittel um die 86.000 Wörter haben, aber SF-Bestseller im Mittel bei über 150.000 Wörtern liegen. Das Bestseller-Mittel für Allgemeine Belletristik liegt übrigens bei ca. 100.000 Wörtern.
Wer in der SF unter 600 Seiten schreibt kann gleich weider einpacken!

Vokabular-Diversität


„Die Diversität gibt an, wie viele Wörter sich in einer durchschnittlichen Auswahl von 100 Wörtern befinden, wenn Duplikate jeweils nur einmal gezählt werden.“

Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern


1337 - Game Over


SF-Bücher, besonders die Bestseller zeichnen sich durch eine sehr hohe Diversität aus. Wortdoppelungen kommen also seltener vor. Meine beiden Werke sind diesbezüglich unterdurchschnittlich bewertet worden. Ein klarer Hinweis auf die zu häufige Verwendung gleicher Begriffe.


Vokabular-Exklusivität


„Die Vokabular-Exklusivität ist ein Maß für die Seltenheit / Ausgefallenheit des verwendeten Vokabulars.„

Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern


1337 - Game Over


SF-Bestseller scheinen sich durch besonders ausgefallene Wörter auszuzeichnen. Während meine Bücher hier eher am Durchschnitt liegen.

Wortarten-Verwendung


Hier werden insgesamt 8 unterschiedliche Wortarten analysiert. Ich beschränke mich auf zwei, die bei mir am stärksten vom Durchschnitt abweichen (Substantive, Konjunktionen).
Auf besonderen Wunsch auch gerne noch die Verben:

Verben
Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern
1337 - Game Over

Substantive
Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern
1337 - Game Over


Konjunktionen

Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern

1337 - Game Over


Die Unterschiede meiner Schreibweise zum Durchschnitt sind bei diesen beiden Wortarten enorm. Es scheinen keine Eigenschaften des jeweiligen Buches zu sein, sondern tatsächlich auf den Autor bezogene Stilmerkmale. Etwas, das mir bisher nicht in dieser Form bekannt war.

Figuren und Beziehungen

Direkte Rede

Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern


1337 - Game Over



Eine Analyse des Anteils an direkter Rede. "Am Ende der Zeiten" trift das Bestseller-Mittel, bei „1337“ war ich etwas maulfaul, was aber im Vergleich zur Verteilung der Referenzen nicht sonderlich ungewöhnlich zu sein scheint.

Top-20 Hauptfiguren und ihre Beziehungen


Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern

1337 - Game Over


Jim und Healy haben eine Beziehung zu Jims Nacken!
Eine schöne Darstellung, die einem die Bedeutung und Vernetzung der Charaktere aufzeigt. Letztendlich aber nichts Überraschendes. Die Grafik zeigt nur genau das, was ich ja selbst geschrieben habe.

Figuren Konzentration

Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern

1337 - Game Over


Die Ergebnisse sind in beiden Fällen gut nachvollziehbar. In „Am Ende der Zeiten“ konzentriert sich die Story um drei Charaktere herum, während in „1337“ eine Hauptperson im Focus steht. Beide Varianten scheinen häufig aufzutreten und sind als üblich zu bewerten. SF-Bestseller scheinen eher zu mehreren Hauptpersonen zu tendieren, was aufgrund des hohen Umfangs der Bücher nachvollziehbar ist.


Bestseller Score

Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern
1337 - Game Over


BÄÄMMM! Keine Chance auf einen Bestseller.

Die vorangegangenen Ergebnisse ließen es bereits vermuten. Die Abweichungen zu dem bestehenden SF-Bestseller-Mittel wurde bereits vorher deutlich. Keines meiner Bücher hätte in der aktuellen Form auch nur den Hauch einer Chance von einem Verlag angenommen zu werden.

Fazit

Es handelt sich bei dem Service um einen Vergleich von statistischen Textmerkmalen mit einer sicherlich sehr umfangreichen Referenzdatenbank. Wieviel KI in der Software tatsächlich steckt ist unklar. Ich persönlich würde sagen, dass dort nicht primär ein selbstlernendes neuronales Netz im Hintergrund arbeitet, es wirkt eher wie ein statischer Auswertealgortihmus.
Aber egal, was bringt mir das als Autor?
Die Ergebnisse zeigen, dass mein Schreibstil vom Genre-Durchschnitt sowie den typischen Bestseller Merkmalen abweicht. Folgende Punkte sind dabei besonders auffällig:
  • Hohe Themenkonzentration
  •  Schnelle und extreme Stimmungswechsel bei „1337“
  •  Die besonders häufige oder auch seltene Verwendung bestimmter Wortarten

Hier lohnt es sich darüber nachzudenken, wo ich mich verbessern könnte. Ganz klar ein wertvolles Ergebnis. Die Resultate geben mir interessante Ansätze und können mir tatsächlich helfen „persönliche Ziele zu erreichen“.
Die Analyse ist allerdings alles andere als „wertfrei“. Sicher, hinter den Zahlen steht eine emotionslose Maschine. Aber kaum ein Mensch wäre in der Lage die Ergebnisse „wertfrei“ zu interpretieren.

Obwohl sich beide Bücher hinsichtlich des tatsächlichen Erfolgs stark unterscheiden, ist das Scoring praktisch gleich (-schlecht). Der Erfolg eines Buches kann hier definitiv nicht ermittelt werden. Aus meiner Sicht sind die Erfolgsfaktoren eines Buches wesentlich vielfältiger als das, was hier geprüft wird.

Würde ich diesen Service erneut nutzen?
Vermutlich nicht, ob ein einzelnes Buch erfolgreich sein wird, läßt sich damit nicht ermitteln. Und bereits zwei Analysen haben mir hinreichende Hinweise über eventuelle Schwächen meines Schreibstils offenbart. Ein ganz großes Problem ist für mich die Preisgestaltung. Eine Zahlung bedeutet eine Analyse. Will man eine überarbeitete Version testen, muss man erneut zahlen. Hier wird ein ganz entscheidender Bedarf von Autoren nicht berücksichtigt. Sinnvoll wäre es X mal eine erneute Prüfung des Textes zuzulassen (Stärkung der Kundenbindung). Dazu müsste eine automatische Prüfung eingeführt werden, ob der neue Text zu einem Mindestmaß der Originalversion entspricht, um Missbrauch zu vermeiden.

Mir drängt sich eine These auf: Wenn Verlage diese Software tatsächlich nutzen, um Bücher vorauszuwählen, dann würde damit ein bestehender Durchschnitt zementiert werden, da Abweichungen erst gar nicht mehr zur Veröffentlichung kommen.

Mittwoch, 1. Mai 2019

Wie wird man Bestsellerautor?

Ich traue es mich fast nicht zu schreiben, aber ich bin ein Bestsellerautor.


Zumindest war ich es für einige Stunden am Nachmittag des 7. Dezembers 2016 in der Kategorie:
Kindle-Shop > eBooks > Fantasy & Science Fiction > Science Fiction > Abenteuer


Selbstverständlich habe ich sofort einen Screenshot gemacht um diesen historischen Moment zu dokumentieren.


Aber was bedeutet das eigentlich?


Mein Buch (Am Ende der Zeiten – Der letzte Stern) lungerte damals irgendwo auf Platz 700 der Kindle-Verkaufcharts herum. Das bedeutete ca. 10-15 Verkäufe sowie einige Ausleihungen pro Tag. Für mich persönlich ein toller Erfolg, aber trotzdem weit von dem entfernt, was ich mir unter einem Bestseller vorstelle.


Der Trick ist einfach. Der Amazontitel "Bestseller" bezieht sich auf Buchkategorien. Jede noch so kleine Unterkategorie auf Amazon hat ihre eigenen Top 100 und somit seinen eigenen Bestseller. Amazon ermöglich es damit quasi jedem ein Bestsellerautor zu sein. Alles was man tun muss, ist eine Kategorie auszuwählen, in der kaum Bücher gekauft werden.


Also warum nicht mal ein Buch unter Film, Kunst und Kultur > Fahrzeugbildbände > Autos veröffentlichen? Schon ab einem Verkaufsrang von 20.000 bekommt man von Amazon das offizielle Label "Bestseller".

Es wird durchaus ernsthaft empfohlen, sein Buch in einer möglichst exotischen Unterkategorie zu registrieren, um ggf. von diesem Effekt zu profitieren.


Auf die Spitze getrieben hat dies Brent Underwood, nachzulesen in seinem Buch Putting my foot down. Mit dem Bild seines Fußes und 3$ wurde er innerhalb von 2 Stunden zum Bestsellerautor.


Ich habe mich früher manchmal gewundert, wo die ganzen unbekannten Leute herkommen, die in Foren von sich behaupten, Bestseller geschrieben zu haben. Heute weiss ich, es ist eine Illusion, mit der Amazon uns Autoren geschickt umschmeichelt und seine Kunden zum Kauf anregen will. Ein brillianter Marketingtrick, aber kein Titel den man sich ernsthaft vor den Namen setzen kann.

Montag, 22. April 2019

Amazon Prime Reading – Erfahrungsbericht eines Hobbyautors

Das es sich bei Amazon Prime nicht um den Heimatplaneten eines intergalaktischen Superschurken handelt, sondern um ein Leistungspaket von Amazon, sollte jedem klar sein. Als Teil dieses Paketes wird dem Kunden eine wechselnde Auswahl von E-Books zur Verfügung gestellt, die er ohne Zusatzkosten ausleihen kann.

Schön für den Kunden! Aber was bedeutet das in der Praxis für einen Autor?

Ich konnte in den letzten Jahren zwei Bücher in diesem Program unterbringen und möchte gerne meine Erfahrungen daraus mit euch teilen. Also kommen wir zu den Fragen:


Wie wird ein Buch in Amazon Prime Reading aufgenommen?

Der Anfang ist eine simple Mail. So ähnlich wie: Hey, hast du Lust dein Buch für 3 Monate über Prime Reading anzubieten? Dann klicke hier!

Das Angebot wird für einige Wochen aufrecht erhalten, in denen man es annehmen oder auch ignorieren kann. Es wird klar darauf hingewiesen, dass daraus kein Anspruch entsteht, das Amazon den Titel tatsächlich in Prime Reading aufnimt. Ob und wann es geschiet, bleibt vorerst offen. Es wirkt alles sehr stark standardisiert und fast schon automatisiert.
Ich habe keine Ahnung wonach die Auswahl erfolgt. Meine beiden Bücher hatten jeweils einige tausend Leser. Nicht schlecht, aber auch nichts wirklich weltbewegendes.


Was bekommt der Autor dafür?

Im meinem Fall 200€ fix für 3 Monate. Die beiden Bücher hatten davor ca. 30 bis 50€ pro Monat gebracht, von daher eine angemessene Kompensation. Die 200 € liegen irgendwo am unteren Ende der Skala. Ein wirklich erfolgreiches Buch wird vermutlich ein Vielfaches davon bekommen können. Verhandlungen fanden mit mir nicht statt.
Selbstverständlich kann das Buch auch weiterhin durch andere Kunden gekauft werden, diese Einnahmen gehen nicht verloren.


Und welche Effekte hat das auf ein Buch?

Jetzt wird es interessant!

Beide Bücher hatten vor der Aufnahme in Prime Reading einen Rang von 10.000+. Mit der Aufnahme in das Programm stieg der Rang und pendelte irgendwo zwischen 1.000 und 2.000, was ungefähr 5 bis 10 Ausleihungen pro Tag entspricht. Nach Ablauf der 3 Monate stürzten die Bücher wieder ab.

Aber schauen wir uns das im Detail an:

Am Ende der Zeiten – Der letzte Stern

Das Buch erschien ca. ein Jahr nach der Veröffentlichung in Prime Reading und war dort von Mitte September bis Mitte Dezember 2017 verfügbar.
Der letzte Stern - Chartverlauf während Prime Reading
Die Einnahmen über die verschiedenen Vertriebswege zeigen einen generellen Trend nach unten. Dieser Trend hatte schon lange vorher begonnen. Mit der Aufnahme in Prime Reading gingen die Einnahmen nochmal kräftig zurück. Prime Reading kannibalisiert offensichtlich andere Vertriebswege (deswegen gibts ja auch 200€ extra dafür). Nach dem Ende des Programs erfolgte eine leichte Erhohlung, aber der Lebenszyklus des Buches neigte sich defintiv dem Ende zu.
Der letzte Stern - Einnahmen während Prime Reading

Tagebuch eines Zombies

Veröffentlicht im September 2017, erfolgte die Aufnahme in Prime Reading von Anfang Juni bis Anfang September 2018.


Tagebuch eines Zombies - Chartverlauf während Prime Reading
Der fortgesetzte Abwärtstrend ist bei diesem Beispiel nicht so gut zu erkennen. Vermutlich da das Buch niemals ein vergleichbares Hoch wie "Der letzte Stern" erreichte. Das Niveau der Einnahmen war ohnehin niedrig und schwankte stark. Es könnte sein, dass durch den Aufstieg in den Charts ein positiver Effekte auf die anderweitigen Vertriebswege erfolgte.
Immerhin erlangte das Buch 14 seiner 35 Bewertungen innerhalb dieser drei Monate.
Tagebuch eines Zombies - Einnahmen während Prime Reading

Mein Fazit:

Vermutlich wurden meine Bücher als günstige Lückenfüller in das Program aufgenommen, um irgendwie von jedem Genre was dabei zu haben. Mir soll es recht sein. Die 200 € sind aus meiner Sicht ein angemessener Ausgleich. Und vor allem, und das ist mir als Hobbyautor besonders wichtig, die Bücher wurden gelesen!

Samstag, 11. November 2017

Meine Bücher: Tagebuch eines Zombies

Das Buch im Amazon-Shop

Kurzbeschreibung

Das Ende der Welt, wie wir sie kennen. Die Horden der Zombies ziehen durch das Land und hinterlassen nichts als Verwüstung.
Martin ist einer von Ihnen. Es erwischte ihn bereits in den ersten Tagen der Apokalypse. Er wurde ein Teil von ihr. Zusammen mit seinen Leidensgenossen durchstreift er seitdem das Land. Der Hunger treibt ihn voran. Aber die Hoffnung, überdauert selbst den Tod.
Dies sind die Aufzeichnungen eines Untoten.



Entstehungsgeschichte

Zombies sind cool. In ihrer neuzeitlichen Variante der alles verschlingenden Fressmaschine werfen sie sich rücksichtlos der heilen Welt entgegen und repräsentieren alles primitive und brutale der Menschheit.
Aber was fühlt eine solche Kreatur?
Die übliche Antwort auf diese Frage lautet: Nichts. Zombie ist gleichbedeutend mit dem Tod. Eine leere Hülle ohne Verstand. Dies ist eine Antwort, die jegliche Art von Gewalt gegen diese armen Geschöpfe rechtfertigt, ja sogar geradezu herausfordert. Aber gleichzeitig verfügen die Betroffenen über erstaunliche Fähigkeiten. Sie können sich bewegen, sehen, hören, riechen, ja sogar Dinge erkennen (zumindest Futter). Das Gehirn funktioniert!
Wie der menschliche Verstand im Detail entsteht, ist derzeit bei weitem noch nicht endgültig geklärt. Klar ist allerdings, dass er sich nicht in einem abgegrenzten Areal unseres Gehirns befindet, er ist vielmehr das Resultat des Zusammenspiels aller Teile. Genaugenommen gibt es keine Grundlage für die Annahme, dass das Wesen eines Menschen durch die Zombifizierung verloren ist.
Die Grundidee eines intelligenten Zombies ist dabei nicht neu. Mir ging es allerdings darum, sie weder zu romantisieren noch als etwas Besseres/Schlechteres darzustellen. Sie sollten sein, was sie sind: Zutiefst traumatisierte Menschen, konfrontiert mit Überlebenden, die nicht weniger traumatische Erfahrungen gemacht haben.

Bevor ich mit diesem Buch anfing, machte ich eine Pause von fast vier Monaten. Nicht das mir die Ideen ausgegangen wären, es war mehr der Erfolg des Vorgängers. Die Logik drängte mich dazu, nochmal in die gleiche Science-Fiction-Kerbe zu schlagen, um dessen Erfolg auszubauen. Aber in mir sträubte sich alles dagegen. Ich wollte etwas Neues ausprobieren, über Menschen und ihre Gefühle schreiben, eine andere Erzählperspektive einnehmen, mal weg von den Aliens. Okay, Zombies sind kaum besser als Aliens, aber ich war der Meinung, dass diese Art von Story wesentlich interessanter zuschreiben ist, als eine bloße Fortsetzung.

Rezeption

Bei diesem Buch habe ich versucht wesentlich strukturierter zu arbeiten, um meine früheren Fehler zu vermeiden. Story und Charaktere waren von Beginn an wesentlich besser ausgearbeitet. Ich glaube, es liest sich daher auch wesentlich konsistenter als meine vorherigen Bücher.
Das Cover ist Mist. Es passt zwar zum Inhalt, aber den Sinn versteht der Leser erst, wenn er den Inhalt gelesen hat. Im Zombiebusiness braucht es mehr Blut, Tod und Zerstörung auf dem Cover.
Das Buch findet sicher seine Liebhaber, aber es wird bestimmt kein Knüller.

Fortsetzung

Vor mir liegt ein ganzer Stapel von Zetteln mit Ideen für eine Fortsetzung: »Der Weg eines Zombies«. Die Story spielt einige Jahre später, nach einem Konflikt zwischen Menschen und den erweckten Zombies. Die Zombies haben verloren. Doch die Überlebenden hüten ein Geheimnis, und um es zu finden, muss jemand die Straße der Toten bis zum Ende gehen.
Charaktere wie Martin, Hendrik und Zeus würden wieder mit dabei sein. Es juckt mir in den Fingern! Aber es wird wohl auch diesmal nichts werden. Doch wie heißt es so schön: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. 😁

Sonntag, 5. November 2017

Meine Bücher: Am Ende der Zeiten - Der letzte Stern

Das Buch im Amazon-Shop

Kurzbeschreibung

100 Billionen Jahre nach dem Urknall. Was mit Feuer begann, erstarrt in der eisigen Kälte eines expandierenden Universums. Die Sterne sind erloschen und schwarze Löcher saugen die erkalteten Überreste der einstigen Sternenreiche auf.
Nur ein letzter roter Zwergstern zieht seine einsamen Bahnen um das Zentrum der lokalen Gruppe. Die Reste des Lebens haben sich hier zusammengefunden und warten auf ihr Ende. Ihr Schicksal liegt in den Händen zweier Menschen.


Entstehungsgeschichte

Nachdem mein erstes Buch gnadenlos gefloppt war, stellte sich mir die Frage, ob ich überhaupt in der Lage bin, ein gutes Buch zu schreiben. Die Fakten sprachen gegen mich. Auf der anderen Seite hatte mir das Schreiben sehr viel Spaß gemacht und ich wollte nur ungern damit aufhören.
Ich fing einfach an, ohne Plan, ohne konkrete Storyline oder ausgearbeitete Charaktere. Die Grundidee basierte auf den Gedanken, dass unser Universum mit ca. 15 Milliarden Jahren noch geradezu lächerlich jung ist. Selbst in 100 Billionen Jahren  wird es noch Sterne und Planeten geben. Was wäre, wenn die Menschheit bis dahin überlebt hätte?
Ich setzte auf die Prämisse, dass der Mensch (und alle anderen biologischen Lebensformen) nur begrenzte Fähigkeiten zum Verständnis der Naturgesetze aufweist. Die Evolution bringt zwar erfolgreiche Baupläne hervor, aber keine Götter.
Allerdings könnten wir in der Lage sein, etwas zu erschaffen, dass sich weit über unseren Vorstellungshorizont hinaus entwickelt. Etwas das frei von all dem Ballast der natürlichen Evolution ist. Irgendwann bräuchte es uns nicht mehr. Es würde seine eigenen Ziele verfolgen, ohne uns dabei zu hassen.
Wie schon gesagt, als ich mit dem Schreiben anfing, kannte ich weder das Ende des Buches noch die Ziele der beteiligten Personen/Intelligenzen. Die wahre Natur der Wollons wurde mir selbst erst in der Mitte des Buches bewusst. Alles was mir einfiel, stopfte ich in die Zeilen hinein und ließ meiner Fantasie freien Lauf. Es war schön, zu schreiben, ohne sich an Erwartungen gebunden zu fühlen.

Rezeption

Das Buch kam überraschend gut an. Hier sind die Verkaufszahlen im Detail dargestellt. Ich hatte mit einigen Dutzend Lesern gerechnet, es wurden dann mehrere Tausend.
Im Durchschnitt gefällt es den Lesern. Ich vermute, dass das Szenario sowie auch einige der Ideen gut ankommen. Es ist eine relativ kurze, in sich geschlossene Geschichte mit einigen Twists am Ende. Mir selbst kommt das Buch vor, als wäre es aus den 70er oder 80er Jahren.
Aber es gibt auch kritische Stimmen, die zu Recht Schwächen in der Struktur bemängeln oder die Geschichte für nicht episch genug halten. Ja, das stimmt.

Fortsetzung

Ich habe ein gut ausgearbeitetes Skript für einen weiteren Teil der Geschichte. Der Titel wäre »Weltenträumer«. Die Ereignisse finden ca. 10.000 Jahre nach der Ankunft der Menschen auf dem Planeten statt. Die Gesellschaft der Menschen hat sich den Gegebenheiten angepasst, die Wollons planen das Ende der Welt und eine KI kämpft gegen ihre endgültige Vernichtung. Die perfekte Situation, um den ewigen Friedenswächter Jim ins Leben zurückzuholen.
Ich habe mit der Umsetzung bisher nicht begonnen. Ich hatte das Gefühl, damit lediglich dem Geld hinterherzuhecheln. Ich betrachte Schreiben nur als Hobby. Warum den Spaß daran, dem flüchtigen Erfolg opfern. Es gibt so viele andere gute Ideen!
Ganz schön blöd von mir ☺

Samstag, 4. November 2017

Meine Bücher: Die Splitter-Chroniken - Echos der Vergangenheit

Das Buch im Amazon-Shop.

Kurzbeschreibung

Es ist so einfach, eine Welt zu zerstören. Doch selbst dunkelste Erinnerungen werden irgendwann zu Legenden.

Abseits von Politik und Macht arbeitet der alternde Archäologe Wim in den abgelegenen Untergeschossen seines Clans. Eines Tages landet ein unscheinbares Artefakt auf seinem Schreibtisch. Der Schlüssel zur Vergangenheit und dem Geheimnis seines Volkes. Bedrängt von den Stimmen der Toten, nimmt Wim den Kampf gegen einen uralten Feind auf. Doch wem kann er glauben, wenn er nicht einmal sich selbst noch vertrauen kann?

Der Krieg geht weiter, auch wenn er längst vergessen wurde.


Entstehungsgeschichte

Was kommt dabei raus, wenn ein 18-jähriger Wehrpflichtiger 6 Monate an einem öden Schreibtisch bei der Bundeswehr sitzt?
In meinem Fall ein Konzept für eine Space Opera, die sich über 4 Zyklen mit je drei Bänden hinziehen sollte. Eine Geschichte, die sich über ca. 1,2 Milliarden Jahre hinzieht. Halt das übliche Zeug mit dem sich 18-jährige so beschäftigen.
In diesem Alter fehlte mir allerdings sowohl die Motivation als auch die notwendige Ausdauer, um solch eine Geschichte umzusetzen. Meine Zeit bei der Bundeswehr endete, ich begann zu studieren und meine Aufzeichnungen gingen im Laufe der Zeit verloren.
Tja, und dann entdeckte ich das Programmieren als Hobby. Angefangen mit recht simplen Algorithmen, wurden meine Programm schnell wesentlich komplexer und ich versuchte mich an Computerspielen. Und jedes Spiel braucht eine Story!
Über die Jahre hinweg programmierte ich eine Reihe von Spielen im Freewarebereich (siehe Bild 1 bis 4). Grundlage war stets eine Echtzeitumgebung mit Raumschlachten und der Eroberung von Planeten. Auch wenn es in den Spielen nicht direkt beschrieben ist, basierten die Szenarien im Grunde auf meinen ursprünglichen Ideen.
Die Spiele lassen sich noch heute im Internet finden, sind aber nur mit Emulatoren (z.B. DOSBox) für alte Betriebssysteme wie DOS und Win98.

Bild 1: Der erste Teil, Echtzeitstrategie mit simpler 2D Vektorgrafik programmiert auf einem 386er mit 33MHz

Bild 2: Der zweite Teil, Raumschlachten in Echtzeit in Kombination mit rundenbasierte Bodenkämpfen mit 2D-Grafiken, dafür brauchte es schon einen Pentium mit 70 MHz
Bild 3: Der dritte Teil bot bereits eine Mischung aus 2D-Grafiken und einfachen 3D-Modellen in einer Isometrischen Perspektive, auch hier liefen die Raumschlachten in Echtzeit ab, die hin und wieder für rundenbasierte Bodenkämpfe unterbrochen wurden.
Bild 4: Der vierte und letzte Teil, erneut eine Mischung aus 2D-Grafiken und 3D-Modellen, Raum- und Bodenkämpfe liefen gleichzeitig in Echtzeit ab und gingen nahtlos ineinander über. Die Planeten mussten zudem besiedelt und die Einheiten konnten flexibel zusammengebaut werden.
Mit dem Ende meines Studiums endete auch das Programmieren. Der Ernst des Lebens begann. Arbeiten gehen, Steuern zahlen, Hochzeit, Kinder und was einem noch alles so im Leben passiert. Aber die Story ließ mich nie wirklich los, alle paar Monate schlich sie sich zurück in meinen Kopf. Im Abstand von mehreren Jahren startete ich zwei erfolglose Versuche, die Geschichte zu Papier zu bringen. Alle endeten sie mit der Überzeugung, dass die Sache zu groß ist, eine völlige Zeitverschwendung. Es verfestigte sich bei mir der Glaube, dass das Schreiben von Büchern, einen Typus Mensch benötigt, der über außergewöhnliche Fähigkeiten und Ausdauer verfügt. Zumindest bis meine Schwester mit einem Kurs für Schriftstellerei anfing und ernsthaft begann, ein Buch zu schreiben.
Ich begann mich strukturierter mit der Sache auseinanderzusetzen. Die Homepage von Andreas Eschbach bietet zum Beispiel viele gute Tipps. Und so begann ich tatsächlich damit, mich Schritt für Schritt durch das Auf und Ab des Bücherschreibens zu quälen. Zwei Jahre lang dauert der Kampf mit mir selbst, in dem es streckenweise nur noch darum ging, die Sache nicht frustriert hinzuschmeißen. Aber ich habs geschafft!

Rezeption

Das Buch war ein Flop. Es fand in den ersten Monaten zirka 20 bis 30 Leser und verschwand anschließend in den Tiefen des Amazon-Shops. Hier sind die Verkaufszahlen des Buches im Detail dargestellt.
Das Cover war mittelmäßig, die anfängliche Beschreibung langweilig und das Buch selbst enthielt viele Fehler. Nach der Veröffentlichung machte ich zwei komplette Überarbeitungen, zum Teil auch inhaltlicher Natur. Heute bin ich mit dem Ergebnis relativ zufrieden. Aber es wird wohl auch in Zukunft kaum Beachtung finden.
Wenn ich nochmal anfangen könnte, dann würde ich mir als Erstling nicht eine solche Geschichte aussuchen. Schreiben ist ein stetiger Lernprozess, und hier ist eine Idee leider an meiner Amateurhaftigkeit verbrannt. Es hätte mehr draus werden können.

Fortsetzung

Es existiert eine grob ausgearbeitete Story für den zweiten Teil: »Die Welt aus Eis«. Die Handlung schließt sich direkt an den ersten Teil an und wird mit bekannten sowie neuen Figuren fortgesetzt. Das vorläufige Finale des Zyklus würde dann in einem dritten Teil stattfinden: »Der Kristallmond«.
Ob ich das jemals Schreiben werde, ist mehr als ungewiss. Es gibt so viele gute Ideen, die auf eine Chance warten. Warum den zweiten Teil einer Geschichte schreiben, von der schon den ersten Teil kaum einer gelesen hat? Aber wer weiß, alle paar Monate schleicht sich die Idee zurück in meinen Verstand 😏